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Was ist AFF?
AFF steht für Accelerated Free Fall — die moderne Methode, Fallschirmspringen zu lernen. Statt monatelang mit automatischer Auslösung zu springen (wie bei der alten „Linienmethode"), gehst du ab dem ersten Sprung mit zwei Instructors (später einem) in den freien Fall aus 4.000 bis 4.500 Metern und ziehst deinen Hauptschirm selbst.
Das beschleunigt die Ausbildung deutlich — der Name ist also Programm: du lernst fallen, stabilisieren, deuten und den Schirm ziehen, in acht aufeinander aufbauenden Levels.
Voraussetzungen
- Alter: mindestens 16 Jahre (mit schriftlicher Einverständniserklärung der Eltern); ab 18 Jahren ohne Einverständniserklärung
- Gewicht: typischerweise max. 95–100 kg (abhängig vom Verein und verfügbarem Equipment)
- Gesundheit: ärztliche Tauglichkeitsbescheinigung nach dem Deutschen Fallschirmsportverband (DFV) — entspricht etwa einer Flugtauglichkeitsuntersuchung
- Vorkenntnisse: keine — du startest bei Null
Vorher absolvierst du eine Theorie-Prüfung (meist 2 Tage Bodenschule mit Prüfung am Ende): Geräte-Kunde, Notverfahren, Luftrecht, Meteorologie, Sprungtechnik.
Ablauf Level I bis VIII
Jeder Level hat ein konkretes Lernziel. Du wirst an jedem Sprung von einem oder zwei Instructors begleitet, die dich in der Luft halten, stabilisieren und Feedback geben. Ziel: am Ende sauber alleine springen können.
- Level I–III: Zwei Instructors („Main-Side" und „Reserve-Side"). Stabiler Freifall, Höhe erkennen, Schirm ziehen.
- Level IV: Ein Instructor. 90°/360°-Drehungen im Freifall.
- Level V: Ein Instructor. Kontrollierte Bewegungen, Abtrennen.
- Level VI: Freifall-Exit alleine, Track (horizontale Bewegung).
- Level VII: Solo-Stabilität, Backflip, Sprung aus 4.500 m.
- Level VIII: Hop-and-Pop aus niedrigerer Höhe (Notfall-Simulation).
Nicht jeder schafft jeden Level auf Anhieb — Level wiederholen ist normal und kein Problem. Dein Instructor entscheidet, ob du weitergehst oder einen Level nochmal machst.
Prüfungssprung & Lizenzantrag
Nach dem letzten AFF-Level kommt der Prüfungssprung — ein Solo-Sprung vor einem AFF-Examiner mit einem vorgegebenen Programm (Stabilität, Drehungen, Höhe, Abstand zum Freeflyer-Pattern). Ist der bestanden, bekommst du die Freigabe für den Lizenzantrag.
Für die A-Lizenz brauchst du in Deutschland typischerweise:
- mindestens 25 Sprünge (inkl. AFF)
- bestandener Prüfungssprung
- Theorie-Prüfung bestanden
- Ausbilder-Bestätigung im Papier-Sprungbuch
- DFV-Antrag plus Gebühr an den Verband
Ab der A-Lizenz darfst du alleine springen, mit Einschränkungen (z. B. Mindest-Wingload bei Schirmen). Höhere Lizenzen (B, C, D) folgen mit Sprungzahl und weiteren Anforderungen.
Kosten
Die Gesamtkosten bis zur A-Lizenz liegen in Deutschland typischerweise bei 2.500 bis 3.500 Euro. Grobe Aufschlüsselung:
- Tauglichkeitsuntersuchung: 80–150 €
- Theoriekurs + Grundausbildung: 200–500 €
- AFF-Level I–VIII (à ca. 180–260 € pro Sprung): ca. 1.600–2.200 €
- Weitere Sprünge bis 25 Gesamtzahl (ca. 40–70 € pro Solosprung): 600–900 €
- DFV-Lizenzgebühr + Mitgliedschaft: 100–200 €
- Optional: eigenes Equipment (ab ca. 3.000 € gebraucht)
Je nach Dropzone und Wetterfenster variiert das. Plane etwas Puffer ein, Level-Wiederholungen sind normal.
Fortschritt digital tracken
Die Papier-Sprungbuch-Pflicht (DFV) bleibt während der Ausbildung bestehen — deine Instructor-Unterschriften sind real. Aber parallel digital dokumentieren lohnt sich: du siehst deinen Fortschritt besser, hast Videos beim Sprung dabei, kannst rückblickend reflektieren und bekommst am Ende einen DFV-konformen PDF-Export für den Lizenzantrag.
Sprunghelden bietet dazu:
- AFF-Level-Timeline mit Checklisten pro Level
- Instructor-Approval: dein Instructor gibt Sprünge mit einem Klick frei
- Bis zu 2 Instructors pro Sprung (Level I–III)
- Phasen-Status immer sichtbar
- Notfallkontakt für DZ-Manager und Instructors auf PDF
- Sprungkonto-Einsicht, falls deine DZ Sprunghelden nutzt
Der Schüler-Plan ist kostenlos — während der kompletten Ausbildung. Jetzt starten.