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Was ist Wingload?

Wingload ist das Verhältnis von Gewicht zu Schirmfläche — ausgedrückt in Pfund pro Quadratfuß (lbs/sqft). Das klingt weird, ist aber in der Skydiving-Welt seit Jahrzehnten Standard. Je höher die Wingload, desto schneller fliegt und landet der Schirm — und desto mehr Skill brauchst du.

Wingload = (Körpergewicht + Equipment) in lbs / Canopy-Fläche in sqft

Als grober Umrechner: Körpergewicht in kg × 2,2 = Pfund. Equipment rechnet man bei Standard-Rig mit ca. 10–12 kg dazu.

Beispiel: 80 kg Springer + 11 kg Rig = 91 kg × 2,2 = 200 lbs. Bei einem 170 sqft Canopy: 200 / 170 = 1.18 Wingload.

Welche Wingload passt zu welcher Lizenz?

Grobe Richtwerte (Variieren nach Verband und Schirm-Typ):

StufeWingloadHinweis
A-Lizenz (frisch)0,9–1,1Großer Anfänger-Schirm, sanftes Handling
B-Lizenz (~100 Sprünge)1,1–1,3Etwas reaktiver, Intro zum Swoopen nur unter Anleitung
C-Lizenz (~200+ Sprünge)1,3–1,6Canopy-Kurse empfohlen, erste Elliptical-Schirme
D-Lizenz (500+ Sprünge)1,5+Wenn hier: du weißt was du tust

Für Anfänger gilt: lieber zu groß als zu klein. Eine zu hohe Wingload ist einer der häufigsten Gründe für Fehllandungen und Verletzungen bei jungen Lizenzlern.

⚠ Wichtig Viele Dropzones haben harte Regeln: bis 100 Sprünge max. Wingload 1.0, bis 200 Sprünge max. 1.2 — egal was du dir zutraust. Das ist kein Gängel-Stuhl, sondern Erfahrung aus der Praxis.

Downsize — wann und wie?

„Downsize" heißt: auf einen kleineren Schirm wechseln, also Wingload erhöhen. Sinnvoll, wenn du das Flugverhalten des aktuellen Schirms sicher beherrschst — nicht wenn er „zu langweilig" wird.

  1. 10% -Regel: Pro Downsize max. 10% Flächenreduktion. Von 170 → 150 sqft ist grenzwertig, von 170 → 135 zu viel auf einmal.
  2. Mindest-Sprünge am aktuellen Schirm: mindestens 100 Sprünge mit sauberen Landungen in verschiedenen Windlagen.
  3. Instructor-Check: Vor dem Downsize mit einem erfahrenen Canopy-Coach besprechen — nicht mit dem Buddy an der Tanke.
  4. Canopy-Kurs machen bevor du aggressive Muster fliegst. Ernsthaft.

Häufige Fehler

  • Gewicht falsch rechnen: Equipment wird oft vergessen. Ein Rig inkl. Reserve wiegt 10–12 kg — das macht bei 80 kg Springer 14% mehr Wingload.
  • Canopy-Marke ignorieren: Ein Sabre 2 und ein Katana haben bei gleicher Größe komplett unterschiedliches Flugverhalten. Elliptical ≠ Rectangular.
  • Erste Schirm nach Gefühl kaufen: „Der sah cool aus" ist kein Auswahlkriterium. Technische Daten + Instructor-Meinung.
  • Höhenlagen vergessen: Hohe Dropzones (Alpen, Colorado) haben dünnere Luft → effektive Wingload höher.

Wingload-Rechner in Sprunghelden

Sprunghelden hat einen Wingload-Rechner mit 27 Canopy-Modellen im Katalog: Performance Designs, Icarus, Aerodyne, Skylark, NZ Aerosports und mehr. Du trägst dein Körpergewicht in Settings ein, wählst deinen Schirm aus der Autovervollständigung — Wingload wird live berechnet und erscheint in jedem Jump-Detail.

Bonus: bei Downsize-Plänen kannst du verschiedene Schirme durchspielen und den Unterschied sehen.

Fazit Wingload ist Mathe — aber die richtige Wingload ist Erfahrung. Halte dich an Verbands-/DZ-Richtwerte, mach Canopy-Kurse, und reduziere Fläche langsam. Die statistisch dümmste Verletzungsart im Skydiving ist die, die man beim Downsizen zu schnell bekommt.

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