Dein Equipment rettet dir im Ernstfall das Leben. Das klingt dramatisch, ist aber genau so. Wartung ist kein „optional", sondern Pflicht — manche Termine gesetzlich (DFV, EASA), andere über Hersteller-Vorgaben.
Die wichtigsten Intervalle auf einen Blick
| Komponente | Intervall | Wer macht's? |
|---|---|---|
| Reserve-Repack | alle 6 Monate (Deutschland) | zertifizierter Rigger / Packer |
| AAD-Service | je nach Modell (Cypres: 4 Jahre + Lebensdauer 12,5 J.) | Hersteller oder autorisierter Rigger |
| Hauptschirm | vor jedem Sprung Sichtkontrolle + bei Bedarf Line-Check | du selbst / Rigger |
| Container / Harness | jährlich Sichtkontrolle, tauschweise nach 15–20 Jahren | Rigger |
| Reserve-Canopy | lebenslange Nutzung sofern Zustand passt, Prüfung beim Repack | Rigger beim Repack |
1. Reserve-Repack (die wichtigste Frist)
In Deutschland muss deine Reserve alle 6 Monate von einem zertifizierten Rigger neu gepackt und geprüft werden. Das ist keine Empfehlung — das ist Luftrecht, und ohne gültigen Repack-Stempel darfst du nicht springen.
Beim Repack wird:
- das Reserve-Canopy ausgepackt, inspiziert, Lines durchgemessen
- der AAD-Cutter geprüft
- der Container auf Schäden sichtgeprüft
- die Reserve neu gepackt + Datum im Packing-Data-Card eingetragen
Kosten: typischerweise 30–60 € pro Repack, je nach Rigger und Container.
2. AAD (Automatic Activation Device)
Der AAD (Cypres, Vigil, Mars) zündet deine Reserve automatisch, wenn du bei einem bestimmten Höhen-/Geschwindigkeits-Wert über dem Boden bist. Hersteller-Intervalle variieren:
Cypres 2
- 4-Jahres-Service: zurück zum Hersteller (Airtec, Deutschland) — Prüfung + Batterie
- 8-Jahres-Service: zweiter Service
- Lebensdauer: 12 Jahre und 3 Monate ab Herstellungsdatum — danach ungültig
Vigil 2/2+
- Kein pflicht-Service, aber Batterie-Wechsel alle 10 Jahre oder 2.000 Jumps empfohlen
- Lebensdauer: 20 Jahre ab Herstellungsdatum
Mars M2
- 10-Jahres-Service beim Hersteller (Argus, Tschechien)
- Lebensdauer: 15 Jahre
Wichtig: Service-Versäumnis macht den AAD funktional nicht sofort unbrauchbar — aber nicht mehr zertifiziert. Beim nächsten Reserve-Repack wird's auffallen.
3. Container & Harness
Der Container wird beim Reserve-Repack mitgeprüft. Zusätzlich:
- Sichtkontrolle vor jedem Sprung: Nähte, Riser-Covers, 3-Ring, Cutaway-Kabel, Reserve-Ripcord
- Jährliche Inspektion durch Rigger empfohlen (kostet 20–50 €)
- Lifetime: Moderne Container sind für 15–20 Jahre ausgelegt, aber UV-Belastung, Lagerung und Sprungfrequenz spielen rein
Augenmerk besonders auf das Cutaway-System: 3-Ring, Closing Loops, Freestuck-Handles. Beim Repack prüft der Rigger das, aber du solltest das Cutaway-System bei jedem Gear-Check selbst visuell inspizieren.
4. Hauptschirm
Der Hauptschirm braucht keinen offiziellen Service — aber:
- Line-Set austauschen: alle 500–1.000 Jumps (je nach Line-Typ: Dacron hält länger, HMA / Vectran kürzer)
- Slider nachschauen: wenn Durchschnürungen oder Verschleißmuster sichtbar → Ersatz
- Canopy-Inspektion nach Hard-Openings oder Problemen
Nicht-offiziell, aber Standard: nach 500 Jumps einmal zum Rigger bringen für eine Gesamt-Inspektion.
Überblick behalten — Sprunghelden hilft
Wer sein Equipment digital erfasst, hat die nächsten Fristen ohne Post-It-Kleber auf der Tupperbox parat. Sprunghelden schickt dir automatisch Erinnerungs-Mails in drei Stufen:
- ℹ Info: 90 Tage vor Fälligkeit — Zeit für Terminplanung
- ⚠ Warnung: 60 Tage vor — Repack-Termin fixieren
- 🚨 Kritisch: 30 Tage vor — letzter Aufruf
Dazu kommt das Gear-Rückruf-System: sobald ein Hersteller für dein Modell einen Rückruf oder ein Service-Bulletin veröffentlicht, matcht Sprunghelden das automatisch auf dein eingetragenes Equipment und benachrichtigt dich per E-Mail plus Badge auf der Gear-Seite.