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Die kurze Antwort

Mit der A-Lizenz beginnt die eigentliche Skydive-Reise. Du bist 50-Sprünger, kannst eigenständig springen, hast aber maximal 80% der Skills die du in den nächsten 200 Sprüngen lernen wirst. Plan für die nächsten 12-18 Monate:

  • 50-100 Sprünge: Konsolidierung — eigene Kappe finden, sicher landen, Höhen-Awareness vertiefen
  • 100-200 Sprünge: B-Lizenz-Voraussetzungen sammeln — Disziplinen-Probieren, Höhen-Vielfalt
  • 200+ Sprünge: Spezialisierung — Belly, Freefly, Tracking, Wingsuit-Vorbereitung

Sprünge 50-100: Konsolidierungs-Phase

Eigene Kappe oder weiter Leihequipment?

Frage Nummer 1 für jeden frischen Lizenzler. Mathematik:

  • DZ-Leihequipment: 5-15 €/Sprung, also bei 100 Sprüngen 500-1.500 €
  • Eigenes (gebrauchtes) Equipment: 2.200-4.200 € einmalig, dann ~30 €/Jahr Wartung

Wenn du sicher bist dass du dauerhaft springen wirst (50+ Sprünge/Jahr), lohnt sich Eigenkauf nach ca. 50-80 eigenen Sprüngen finanziell. Bonus: du lernst dein Equipment kennen, kannst Sprünge mit identischer Konfiguration machen, profitierst vom „eigene Kappe"-Faktor (Vertrauen, Wartung kennen).

Mehr zur Equipment-Kosten-Kalkulation: AFF-Schein Kosten Deutschland 2026.

Welche Kappe als Erst-Kauf

Drei Hauptregeln für die erste eigene Kappe:

  1. Wingload-konform — meist 0,9-1,1 für frische Lizenzler. Mehr: Wingload verstehen
  2. Modell-Standard — Sabre 2, Pilot, Pulse, Spectre. Vermeide elliptical (Crossfire, Katana) als Erste
  3. Größe großzügig — lieber 190 sqft mit niedrigem WL als 150 sqft mit „passendem" WL

Konkrete Empfehlungen für 75 kg Springer (mit Equipment ~85 kg = 187 lbs):

  • Sabre 2 190 oder 210 — WL 1.0-1.1, vorhersehbar, langsam, verzeihend. Klassiker.
  • Pilot 188 oder 210 — ähnlich Sabre 2, etwas langsamer, hervorragende Landungen
  • Pulse 190 — etwas reaktiver als Sabre 2, gut für Step-Down später

Häufige Anfängerfehler in dieser Phase

  • Zu früh downsizen — viele wollen nach 50 Sprüngen schon einen 170er. Fast immer zu früh
  • Buddy-Sprung-Druck — „komm, wir machen 4-Way-Belly!" wenn du noch nicht stabil bist
  • Höhen-Awareness verlernen — wenn du dich auf Audible verlässt, vernachlässigst du die Eigenwahrnehmung
  • Equipment ohne Coaching kaufen — ohne Probesprünge mit dem Modell ist Risiko hoch
⚠ Statistik aus Skydive-Verletzungs-Reports Die häufigsten Verletzungen passieren nicht bei AFF-Schülern, sondern bei Springern mit 100-300 Sprüngen — wenn das Selbstvertrauen die Skills überholt hat. Wer in dieser Phase ehrlich zu sich ist, hat das niedrigste Risiko.

Sprünge 100-200: B-Lizenz-Phase

Voraussetzungen B-Lizenz nach DFV (Stand 2026)

  • Mindestens 50 Sprünge seit A-Lizenz
  • Mindestens 30 Min Freifallzeit
  • Verschiedene Höhen (4.000m, 3.000m, 2.000m gestreut)
  • Disziplinen-Vielfalt: Belly, Tracking, einfache Formations-Sprünge
  • Schriftliche + praktische Prüfung beim DFV-anerkannten Trainer

Praktisch: B-Lizenz machen die meisten 12-18 Monate nach der A-Lizenz. Wer fokussiert springt (50-80 Sprünge/Saison), kann's in einer Saison schaffen.

Welche Disziplinen jetzt probieren

Die Phase 100-200 ist Discovery-Phase. Probier jede Disziplin mindestens 5-10 mal:

  • Belly-Formation — kleine Gruppen (2-4 Way) mit Buddies
  • Tracking — separat oder in Tracking-Dives mit Coach
  • Freefly-Einstieg — Sit-Fly als Einstieg in Head-up. Tunnel-Vorbereitung empfohlen. Mehr: Tunnelzeit Deutschland 2026
  • Hop-and-Pop — niedrigere Sprünge (1.500-2.500m) für Kappen-Skill
  • Camera-Sprünge — als Performer (nicht selbst kameratragend) mit erfahrenen Camera-Flyern

Erstes Boogie

Mit 100+ Sprüngen ist ein Boogie-Besuch ideal. Vermeide aber Big-Way-Camps oder hochspezialisierte Events — geh zu einem entspannten Saison-Boogie. Empuriabrava in der Nebensaison oder Klatovy sind klassisch erste internationale Trips. Mehr: Skydive Empuriabrava 2026 und Boogies Deutschland 2026.

Wartung + Sicherheit nicht vergessen

Mit eigenem Equipment kommt Verantwortung. In den ersten 100 Sprüngen mit eigener Kappe musst du:

Skill-Tracking ist hier wichtiger als je zuvor

In der A-Lizenz-Phase war alles geführt: AFF-Levels, Instructor-Approvals, klare Reihenfolge. Jetzt bist du auf dich selbst gestellt — und die Sprung-Vielfalt explodiert. Wer das nicht ehrlich trackt, hat in 6 Monaten kein Bild davon was geübt wurde, was fehlt.

In Sprunghelden kannst du pro Sprung Disziplin (Belly / Freefly / Tracking / Wingsuit / Hop-Pop / Camera) + Notizen + Tags markieren. Die Statistik zeigt dir am Ende des Monats:

  • Wie viel Zeit pro Disziplin (kumulativ)
  • Welche Höhen du nicht mehr sprangst (= Fehler im B-Lizenz-Weg)
  • Welche DZs du besucht hast
  • Wingload-Verlauf wenn du Equipment wechselst
🎭 Sehen in der Demo Lukas hat 487 Sprünge in der Sprunghelden-Demo — du siehst die Disziplin-Verteilung, Heatmap und Höhen-Streuung. Login: lukas / demo1234 → Statistik.
Fazit Erste Sprünge nach AFF: konsolidieren, Equipment kaufen wenn du dauerhaft springen wirst, Disziplinen probieren ohne zu spezialisieren, ehrlich tracken was du übst. B-Lizenz ist Zwischenziel, nicht Endziel — die Skydive-Reise ist eine Lifetime-Sache, du musst nicht alles in der ersten Saison machen.

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